Jahrestagung 2024

MINT vernetzt

Das Programmheft mit der großen Überschrift „Teilhabe“ auf meinem Schoß, lausche ich der Moderatorin, die gerade den Awarness-Beauftragten der Veranstaltung vorstellt. Ich blicke durch die Reihen und freue mich zusehen, dass die weiblich gelesenen Personen bei dieser Tagung mindestens die Hälfte aller Teilnehmer*innen ausmacht

 

Als von der Bühne die Frage schallt: „Wer im Raum steht einer Quote positiv gegenüber?“ Da stehen etwa 80 Prozent aller Anwesenden auf. Ich stehe auch, trotz dem Wissen, dass wir bei IKS keine Quote brauchen. Unsere Zahlen sind auf dem Papier schon gar nicht schlecht und unsere Geschäftsleitung würde sie gerne noch verbessern. Es fehlt nicht am Willen, es fehlt nicht an einer Quote. Es fehlt an Bewerbungen. Deshalb bin ich hier. Auf der Jahres-Tagung von MINTvernetzt, wo das Thema Mädchen- und Frauenförderung einer von vielen Programmpunkten ist. In meinem Kopf rauschen die Fragen: „Wo kann und sollte die Verantwortung der Wirtschaft für Bildungs-Chancengleichheit beginnen und aufhören? Gibt es da überhaupt eine Verantwortung? Ein Einwirken? Wie groß muss ein Unternehmen sein, um gesellschaftlich Verantwortung mitzutragen?“

 

 

Ich als Teilnehmerin aus der privaten Wirtschaft bin hier in der Unterzahl. Nahezu alle Gespräche, die ich in den zwei Tagen führe eröffnen meine Sicht für eine so große Vielzahl an außerschulischen Bildungsangeboten. Ich treffe engagierte Menschen, die Lösungen suchen, sehen und umsetzen. Menschen, die ihre eigene Begeisterung für den MINT Bereich transportieren - hier an mich und sicherlich auch dort, wo sie mit jungen Menschen zusammenarbeiten. Nicht nur durch die Vorträge auf der Bühne, auch durch die Gespräche neben der Bühne, verstehe ich immer mehr, dass „unser Bildungssystem“ viel mehr Akteur*innen hat, als ich bislang dachte. Bildungssystem ist nicht gleich Schule und die Einflussfaktoren sind so mannigfaltig und heterogen, dass es niemals DIE eine Lösung geben wird. Ich begreife mit jedem Gespräch mehr, dass Netzwerken nicht nur eine Business-Angelegenheit ist.

Wir alle sehen und spüren, wie sich unser Arbeitsmarkt wandelt durch eine alternde Gesellschaft, Fachkräftemangel, veränderte Arbeitsbedingungen, neue Bedürfnisse und nicht zu vergessen auch viele neue Berufsfelder.

KI ist natürlich auch Thema an diesen zwei Tagen in der Nähe von Würzburg. Wir sprechen außerdem über „easy-to-ignore-groups“ und „powerful networking“. Wie nicht anders zu erwarten im MINT Bereich sind viele der Aussagen mit Statistiken und Fakten unterlegt, aber da sind auch die einzelnen Geschichten und ganz viel Menschlichkeit. Und Begeisterung. So viel Begeisterung für MINT-Bildung, Innovationsimpule und Vernetzungsräume.

Und was nehme ich nun mit zurück nach Hilden?

Viele neue Gedanken, einige neue Kontakte und auch ein paar Ansätze, die es lohnt zu beleuchten. Am meisten allerdings hallt eines nach: Jede*r trägt gesellschaftliche Verantwortung, weil Gesellschaft, dass sind ja auch schon ich und du. Und ich freue mich darauf diesen Funken mit zu IKS zu tragen, um zu schauen was daraus werden kann. Netzwerken ist keine reine Business-Angelegenheit, aber es gehört zum Business dazu, wie Statistiken zu einer MINT Veranstaltung.

 

Danke an MINTvernetzt und alle Akteur*innen für diese sehr gelungene Tagung.

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